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Rebekka Vollenweider

Fastenbräuche

Fastenzeit3 (Foto: Rebekka Vollenweider)

Alle grossen Religionsstifter machten eine Phase des Verzichts durch. Jesus zog sich vor seinem öffentlichen Wirken 40 Tage zum Fasten in die Wüste zurück; Mohammed fastete, bevor ihm der Koran offenbart wurde; und Moses stieg auf den Berg Sinai und fastete 40 Tage, bevor er Gottes Wort empfing.


* Nicole Mante


Im Christentum

Bei den Christen dauert die Fasten- oder Passionszeit von Aschermittwoch bis Ostern. In dieser Zeit soll sich der Mensch durch Enthaltsamkeit neu besinnen, Busse tun und die Nähe zu Gott suchen.

Es gibt heute aber keine strengen Regeln mehr. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wie er die Fastenzeit gestalten will. Seit Jahren ruft die evangelische Kirche (Deutschland) zu ihrer Aktion 7 Wochen ohne z.B Alkohol, Nikotin, Süssigkeiten oder Fernsehen, die Menschen sollen die Zeit nutzen, ihren Lebensstil zu überdenken und neue Perspektiven zu finden.

Die kleine Fastenzeit der Christen ist der Advent. Sie wurde aber nie streng eingehalten. Diese Zeit diente als Vorbereitung auf das Weihnachtsfest und spielt heute als Fastenzeit in der Bevölkerung keine Rolle mehr.

Ursprünglich wurde im Christentum an zwei festen Tagen gefastet. Mittwochs wurde gefastet, weil Judas Jesus an diesem Tag verraten hat, und das Freitagsfasten erinnerte an die Kreuzigung Jesu. Auch diese Tradition ging weitgehend verloren. Den Brauch Freitags kein Fleisch zu essen, gibt es aber immer noch.


Im Judentum

Jom Kippur ist der grosse Versöhnungs- und Fastentag im Judentum. An diesem Tag darf weder gegessen, getrunken noch geraucht werden. Man wäscht sich nicht, ist sexuell enthaltsam und geht nicht zur Arbeit, alle zuvor begangenen Sünden sollen an diesem Tag gesühnt werden.

Darüber hinaus gibt es fünf weitere allgemeine Fastentage, an denen die Juden traurigen Ereignissen der jüdischen Geschichte gedenken.
Der wichtigste Tag ist der 9.Aw (Aw jüdischer Monat im Juli/August).
An ihm darf auch weder getrunken noch gegessen werden, er gilt als der finsterste Tag, weil mehrere traurige Ereignisse an diesem Datum zusammenkamen.


Buddhismus

Buddha lehrte den Weg der Mitte, Selbstkasteiung lehnte er ab. Weder Völlerei noch Hunger sind danach empfehlenswert.
Wenig essen erleichtert aber die Meditation auf dem Weg zum inneren Frieden und der Erleuchtung.

Deshalb verzichten buddhistische Mönche und Nonnen täglich nach zwölf Uhr mittags auf jegliche Nahrung.
Daneben gibt es monatliche Fastentage.


Islam

Im Islam ist das Fasten ein göttliches Gebot, eine der fünf Säulen dieser Religion.
Gefastet wird im Ramadan, dem neunten Monat des islamischen Mondjahres. Das Fasten hat den Charakter einer Bussübung. Die Seele soll gereinigt und geläutert, die Beziehung zu Gott und den Mitmenschen gefestigt werden.

30 Tage lang dürfen Muslime in dieser Zeit zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang nicht essen, trinken und rauchen. Auch der Geschlechtsverkehr ist untersagt. Das abendliche Fastenbrechen findet in grösseren Gruppen statt- so hat der Ramadan einen stark familiären und gemeinschaftsfördernden Charakter.

Gastfreundschaft und Almosen für die Armen sind während des Ramadans von grosser Bedeutung. Wer wegen Krankheit oder aus anderen Gründen nicht fasten kann, ist verpflichtet den Armen Speisen oder Almosen zu geben.


*Quelle: planet-wissen.de
Bereitgestellt: 23.03.2022