Rorschacher Senioren besuchen die Vogelwarte Sempach
Dieses Jahr liess sich das Seniorenteam um Peter Bruderer für den Seniorenausflug der Evangelischen Kirchgemeinde Rorschach etwas ganz Besonderes einfallen. 64 Teilnehmer besuchten die Schweizerische Vogelwarte am Sempachersee. Ein Ausflug zur zentralen Anlaufstelle für alle Fragen über die heimische Vogelwelt war äusserst lehrreich und hinterliess ein Erlebnis, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.
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Mit zwei Bussen der Firma Gross trat die Reisegesellschaft um 9.30 Uhr die Fahrt an. Bei teilweise regnerischem Wetter ging die Reise über Zürich bis Kölliken auf der Autobahn zügig voran. Die Fahrt durch das uns unbekannte Suhretal über Schöftland nach Sursee und weiter in die nächste Ortschaft Oberkirch war sehr abwechslungsreich. Im grosszügig ausgebauten Restaurant Hirschen wartete ein feines 3 Gang Menü auf uns. Bis zur Weiterfahr gab es Gelegenheit für einen Schwatz mit den anderen Teilnehmern.
Gegen 14 Uhr fuhren wir bei angenehmen Reisewetter ein kurzes Stück auf der Autobahn Richtung Luzern bis Sempach, das durch die Schlacht vom 1. Juli 1386 noch aus der Schule bekannt ist. Hier kämpften die Sempacher zusammen mit den Eidgenossen aus Luzern gegen die Habsburger und konnten dank der Heldentat von Arnold von Winckelried, der sich mutig dem Gegner entgegenstellte und für die Luzerner eine Gasse öffnete, die Schlacht für sich entscheiden.
Am See etwas ausserhalb des historischen Städtchens liegt die Schweizerische Vogelwarte. Die Vogelstation wurde 1924 als Beringungszentrale zur Erforschung des Vogelzuges gegründet. 1954 wurde sie in eine private Stiftung überführt und mit der Überwachung der Vogelbestände in der Schweiz beauftragt. Das 2015 dem Betrieb übergebene Besucherzentrum war der erste dreigeschossige Lehmbau in der Schweiz und erfüllt ein hohes Minergielavel aus umweltfreundlichen Baustoffen.
Die sehr interessante Ausstellung ist in vier Teile gegliedert:
• Überleben
• Vogelschau
• Singfonie
• Garten und Voliere
Um den Besucherstrom zu lenken werden nur kleine Gruppen auf einmal zugelassen. Zuerst geht es beim wichtigsten Sektor Überleben in ein grosses Ei, anschliessend erfährt man viel interessantes über unser Gefiederten Freunde von der Brut bis zum Tod. Jeder Besucher erhält einen Fingerring, mit dem er die einzelnen Vitrinen ansteuern und beleuchten kann, um so Energie zu sparen. Den Ring mit den gesammelten Daten kann man am Schluss des Rundganges in ein Loch werfen. Als Belohnung erhält man ein nicht ganz ernstzunehmendes Horoskop, das einem verrät, zu welchem Vogel man eine ganz spezielle Verbindung hat. Im Kino Vogelschau erfährt man viel wissenswertes über die Schweizer Vogelwelt mit imposanten Aufnahmen vom Hochgebirge bis zur Stadtsiedlung. Der Sektor Singfonie weiht einem in die Geheimnisse der Vogelsprache ein. Ein ganz besonderer Leckerbissen verspricht ein Rundgang durch den Garten. Er vermittelt eine einzigartige Naturvielfalt auf engstem Raum am See und gibt Einblick, was sinnvoller Naturschutz bedeutet und wie mit wenig Aufwand der Natur mit all ihren Kreaturen geholfen werden kann. So verwundert es nicht, dass man am Sempachersee auch ein Storch mit seinen Jungen aus nächster Nähe bewundern kann.
Nach all den vielen Erfahrungen genoss man gerne in der Cafeteria oder auf der Gartenterrasse eine Erfrischung, während die wohltuende Ruhe einen würdigen Abschluss und Erholung für die Heimreise bot.
Um 16.30 Uhr verliessen unsere Busse den herrlichen Platz am See und auf der Autobahn ging es über Luzern nach Sihlbrugg, wo wir im Feierabendverkehr auch mit dem Stau Bekanntschaft schlossen. Die Fahrt ging über den Hirzel, wo Johanna Spirig, die Autorin der berühmten Heidi lebte, an den Zürichsee. Bei Reichenburg hielten wir über Uznach dem Ricken entgegen. Durch das gut ausgebaute Toggenburg ging die Fahrt nach Wil weiter. Mit einer knappen Stunde Verspätung trafen wir um 19.30 Uhr wieder in Rorschach ein. Uns blieb nur noch ein herzliches Dankeschön an Peter Bruderer und sein Team und natürlich ein kräftiger Applaus an Claudia und Peter von der Firma Gross, die uns wieder eine tolle und sichere Fahrt ermöglichten. Eines ist gewiss, in Zukunft werden wir die Vögle mit anderen Augen wahrnehmen, denn uns ist klar geworden, dass sie ein wichtiger Teil von uns und unserer Heimat sind.
Text: Werner Nef