Jahreslosung 2026
Pünktlich zum Jahreswechsel wird in der Silvesterpredigt unserer Kirchgemeinde auf die neue Jahreslosung für 2026 „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu“ eingegangen. Wir finden sie ganz am Schluss der Bibel, im vorletzten Kapitel, in Offenbarung 21,5 von Johannes, sozusagen als Abschluss der Heiligen Schrift.
Text von Werner Nef
Was möchte der Seher Johannes, nicht zu verwechseln mit dem Apostel Johannes, uns mit diesen Worten so eindrücklich mitteilen? Bei uns ist doch nicht alles so schlecht, dass wir alles total erneuern müssten? Das meinte Johannes bestimmt nicht, denn auch bei einer Erneuerung darf Altbewährtes getrost wieder ins Neue integriert werden. Betrachten wir unsere Lage einmal in Ruhe durch die Brille eines normalen Christen, dann sehen wir, dass unzählige Schwachstellen vorhanden sind, die dringend einer Renovation bedürfen, obwohl viele Menschen der Meinung sind, dass wir alles im Griff haben und die Moderne unser Leben mit allerlei Luxus und Nebensächlichem super bereichert.
Denken wir an die Weltpolitik mit ihren verlogenen, machtgierigen und verantwortungslosen Staatschefs, die sich selbst fast für Gott halten. Oder an die Gefahren des Internets für Jugendliche und den Missbrauch durch Kriminelle. Oder an den gierigen Einfluss des Geldes der Multimilliardäre, von dem bösartige Zungen tuscheln, Banknoten seien die Spielkarten des Teufels. Ganz zu schweigen von dem Stress im Alltag, den wir uns mit dem Handy, dem Internet, dem passiven Gucken und nervigem Mitfiebern beim Sport sowie vielen anderen zeitraubenden und vielfach unnötigen Tätigkeiten grösstenteils selber zuführen. Dann kommen noch unsere persönlichen Sorgen wie Trauer, Familienprobleme, gesundheitliche oder finanzielle Schwierigkeiten dazu, um nur einige zu nennen.
Wir sehen: Eine Erneuerung unserer Welt ist bitter nötig. So ist es ein grosser Trost, dass Johannes am Ende der Bibel einen Gott sieht, der uns die Tränen abwischt und uns trotz aller Vergehen und Sünden immer noch liebt und uns helfen möchte. Dieses „helfen möchte“ müssen wir jedoch zulassen und uns um diese Hilfe dankbar und demütig bemühen, so wie es uns Jesus Christus in der Bergpredigt lehrt. Dann werden all unsere Belastungen nicht ewig dauern. Gott ist der Kapitän, der unser Lebensschiff sicher durch die stürmischen Wogen des Alltags steuert und dafür sorgt, dass eines Tages das Reich Gottes, also der Himmel auf Erden, kommt. Nur durch ihn allein, nicht durch unsere Machthaber. Johannes hatte recht: Das damalige römische Weltreich, das grosse Ähnlichkeiten mit unserer heutigen Gesellschaft hatte, ist untergegangen, und auch unsere Zukunft sieht alles andere als rosig aus.
Die Jahreslosung 2026 ist also sehr aktuell und spendet uns grossen Trost für die kommende Zeit. Ich wünsche uns allen Gottes Segen und viel Kraft für die Zukunft. Und wenn dunkle Wolken am Lebenshimmel aufziehen, die uns zu erdrücken versuchen, denken Sie vertrauensvoll daran: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“