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Rebekka Vollenweider

Gottesdienste zum Mitreden

Evang. Kirche Rorschach 2022 (Foto: Rebekka Vollenweider)

Mit der Schliessung des Spitals verlor die Evang.- ref. Kirchgemeinde Rorschach auch die geschätzten Spitalgottesdienste. Die Verantwortlichen suchten nach Ersatz. Ihre Lösung: alternative Gottesdienste unter der Woche.
Damit sollten auch jene angesprochen werden, die gegenüber neuen Formen offen sind oder denen der Sonntagmorgen nicht gelegen kam.





* Text von Roland Thommen *
--> SPÄTSCHICHT: Mit Bibel teilen ohne Predigt
Jeweils am dritten Mittwoch im Monat um 18.15 Uhr.
Ich ging einige Male hin. Der Pfarrer oder die Pfarrerin brachten einen Bibeltext mit. Er wurde vorgelesen. Die Runde liess den Text auf sich einwirken. Man schwieg, man teilte seine/ihre Eindrücke, man tauschte aus. Alles sehr persönlich und in angenehmer Kürze. Ohne Unterschied ob Laie oder TheologIn.

Mit Ausnahme der ganz Jungen waren alle Altersgruppen vertreten.
Dazu wie in einem normalen Gottesdienst: musikalische Begleitung durch Ute, Gesang passender Lieder und Gebet.

Der zeitliche Umfang eher kürzer als ein Sonntagsgottesdienst, dafür wenn persönlich möglich, mit anschliessender gemeinsamer Verpflegung und vertiefendem Gespräch.


--> FRÜHSCHICHT
Mit Betonung von Stille und positiven Gedanken zum Tagesbeginn - Jeweils am 1. Montag des Monats um 06.15 Uhr.
Auch hier wollte ich eine persönliche Erfahrung. An sich für mich keine besondere Herausforderung. Aber weil ich zu dieser Zeit mein Turnprogramm starte, doch eine ungewohnte Umstellung.

Ueberraschenderweise traf ich mehr Anwesende als bei der Spätschicht. Die vorbereitete Runde um brennende Kerze und Kreuz musste sogar mit zusätzlichen Stühlen erweitert werden. Die Zusammensetzung war ähnlich wie in der Spätschicht. Mache kannten sich von den früheren Zusammenkünften und nahmen Anteil, wenn jemand aus irgendwelchen Gründen fehlen musste.
Der Ablauf entsprach in etwa einem normalen Gottesdienst, nur etwas kürzer.

Speziell aber bewusst gewollt, ein anschliessendes gemeinsames Frühstück, an dem fast alle teilnahmen. Es bot Raum für Diskussionen über die Thematik der Predigt aber auch über andere Themen, unvermeidlicherweise auch über die Tragödie in der Ukraine.


--> UND DIE ERSTEN ERFAHRUNGEN?
Die leitenden Personen gaben sich noch zurückhaltend positiv. Man sei immer auf der Suche nach passenden Formen. Aber nach 4 Monaten sei ein Urteil noch verfrüht. Dafür brauche es den Faktor Zeit. Die Angebote müssten breiter bekannt werden, es brauche Angewöhnung.
Immerhin sei etwas von dem spürbar, was die Spitalgottesdienste ausgezeichnet hätten. Man kenne sich, man nehme aneinander Anteil, empfinde sich als Gruppe.
Bereitgestellt: 16.04.2022     Besuche: 41 Monat 
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