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Kirchenmusik in der reformierten Landeskirche

Orgel (Foto: Werner Näf)

Wer einen Gottesdienst in der reformierten Kirche Rorschach besucht, dem fällt auf wie sehr Predigt, Lieder und musikalische Zwischenspiele aufeinander abgestimmt sind. Das hat durchaus Tradition, und war schon mit der Organistin Marianne Tobler spürbar.



☆ Text von Roland Thommen ☆

Also keine Spur von geringer Wertschätzung der Kirchenmusik, wie es manche Vorurteile meinen und sich dabei fälschlicherweise auf die Refomationszeit stützen. Fälschlicherweise, weil es damals vor allem um den Messgesang ging.

Ich befragte dazu Pius Helfenstein als Pfarrer und Ute Rendar als Kirchenmusikerin.
Pius Helfenstein unterstrich, dass das reformierte Liedgut, als gesungenes Wort, immer wichtig gewesen sei. Eingängige Melodien hätten aber den Messgesang abgelöst.
In seiner Ausbildung sei die Verkündigung von Gottes Wort sicher zu oberst gestanden, Chorgesang sei aber obligatorisch gewesen.

Die Frage bezüglich der Bedeutung der Instrumentalmusik habe sich schon deshalb weniger stellen können, weil etwa der Einsatz der Orgel sehr von den fachlichen und zeitlichen Möglichkeiten der OrganistInnen abhängig gewesen sei.
Heute sei es mindestens bei uns in Rorschach anders. Er könne Liederauswahl und unterstützende Musik mit der Kirchenmusikerin absprechen.

Man sei offen für andere Instrumente und für moderne Gesänge. Er schätze es aber, dass dies etwa im Gegensatz zu den Freikirchen im Rahmen der traditionellen Liturgie erfolge.
Und wie sieht das ganze aus der Sicht von Ute Rendar aus?
Ihre Ausbildung zur Kirchenmusikerin war sehr breit, ging weit über die Orgel hinaus, und umfasste unter anderen Musikgeschichte, Liturgik, theologische Grundausbildung und Chorleitung für Kinder und Erwachsene, war also die beste Vorbereitung für die heutige Gottesdienstgestaltung.

Geblieben sei der Grundsatz: Die Musik steht im Dienste des Lob Gottes und der Erbauung der Gemeinde und nicht der Selbstdarstellung. Rorschach mit seiner Zusammenarbeit zwischen Pfarrerpersonen und Musikerin sei ideal. Das Suchen nach Melodien, die zum Predigtinhalt passen sei und bleibe eine beglückende Arbeit.
Womit wir die Erklärung für die Aussage im ersten Satz dieses Berichtes haben.
Bereitgestellt: 24.09.2022