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Rebekka Vollenweider

Jugend in Zeiten der Pandemie

Corona_Jugend_Freude (Foto: Rebekka Vollenweider)

Der erste Besuch im Ausgang, der erste Sprachaufenthalt, die ersten Ferien ohne die Eltern. Das sind alles wichtige Meilensteine auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Die Abnabelung vom Elternhaus, die Freiheit Dinge mit Verantwortung nun selbst tun zu können und gemeinsame Zeit mit Gleichaltrigen, ist enorm wichtig für die Entfaltung von Teenagern. Doch findet dies nicht statt, kann es Folgen in der Autonomieentwicklung haben. Seit über einem Jahr bricht dies alles weg, wie ergeht es jungen Erwachsenen in dieser Zeit?

*Text von Eva-Maria Schütz*
Maxima Mante, 17 Jahre, Schülerin und Gemeindemitglied erzählt von ihrem Alltag und wie sie den Spagat zwischen Homeschooling und Alltag meistert und wie sich die Zeit für sie anfühlt.

Im März 2020 blieben die Türen der Schule geschlossen, dass bedeutete für alle Schüler vorerst: Homeschooling. Zunächst hiess das auch für die Schulen ein Umdenken der digitalen Medien, denn die ersten zwei Wochen verliefen noch bescheiden bis dann Lehrer immer intensiver Aufgaben zum Lernstoff via Email durchgaben. "Der digitale Unterricht ist etwas ganz anderes, es ist viel zeitintensiver, manchmal finden sogar Abends um 18 Uhr noch Gespräche oder gar Lektionen statt", so Maxima. Die Zeit am Laptop oder I-Pad hat sich mehr als verdoppelt. So veränderte sich auch das Zeitmanagement der jungen Schülerin. Der Stundenplan und der Alltag muss gut organisiert, eingeplant und abgearbeitet werden, was grosse Motivation und Selbstdisziplin erfordert. Das Homeschooling konnte aber nie den Präsenzunterricht ablösen, denn schnell kam die Sehnsucht und der Wunsch wieder am Unterricht in der Klasse mit allen Mitschülern zu sein, den Austausch und das Zusammensein zu geniessen. Die Corona Zeit verlangte nicht nur viel im Alltag von einem ab, sondern stahl auch erinnerungswürdige Events wie die geplante Klassenfahrt und das Sommerlager, die nicht stattfanden. Zeit, die nicht zurückgedreht werden kann und Erlebnisse auf die man sich schon sehnlichst freut.

Die Zeit bis die Schulen wieder kurz vor den Sommerferien öffneten sei sehr beschwerlich und lange gewesen, aber die Schülerin erzählte, dass sie aus ihren engen Freundschaften schöpfte, sich täglich per Video-Anruf verabredete und sich viel mit dem Freundes- und Bekanntenkreis austauschte. Zudem entdeckte die 17-jährige ein neues Hobby für sich und erzählt, dass sie das Laufen und das Draussen sein wieder sehr geniesse. "Man weiss plötzlich auch wieder kleinere Dinge sehr zu schätzen. Wenn ich mal eine Postkarte erhalte oder mich mit einer Freundin am See treffe, freue ich mich sehr darüber", beschreibt Maxima. Auf die Frage, ob sie sich persönlich auch viele Gedanken zu der aktuellen Situation mache, antwortete sie: "Es ist so komisch, denn man hat am Wochenende Zeit etwas zu unternehmen, hat aber zugleich eingeschränkte Möglichkeiten spannende Dinge zu erleben, das fehlt mir." Aber die Schülerin sieht der Zukunft sehr positiv entgegen und wünscht sich, dass wir alle Stück für Stück zur Normalität zurückkehren können.
Bereitgestellt: 06.05.2021     Besuche: 63 Monat 
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