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Rebekka Vollenweider

„Barmherzigkeit“ wird zum Jahresmotto / Jahreslosung 2021

jahreslosung 2021 <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Rebekka&nbsp;Vollenweider)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-rorschach.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>358</div><div class='bid' style='display:none;'>8962</div><div class='usr' style='display:none;'>102</div>

Jesus spricht im Lukasevangelium Kapitel 6 Vers 36: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ Dieser Leitsatz soll uns durch das Jahr 2021 begleiten und in dieser coronageplagten Zeit nicht nur Trost, Hoffnung und Mut zu spenden, sondern uns auch zum verantwortungsvollen Umgang mit unseren Nächsten anregen.








Autor: Werner Nef


„Barmherzigkeit“ ist ein Wort, das in unserem modernen Wortschatz kaum noch Verwendung findet. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, dass wir wieder einmal an diesen Grundsatz unserer christlichen Religion erinnern und zum Nachdenken angeregt werden.

Was also versteht man unter Barmherzigkeit. Eine sehr bekannte Geschichte im neuen Testament erzählt uns vom barmherzigen Samariter, einem Mann aus Samaria, der sich respektvoll und ohne Anspruch auf eine Gegenleistung einem überfallenen und schwer verletzten Mann annahm. Einfach so, weil er sich mit ihm gegenüber verbunden und verpflichtet fühlte. Diese Geschichte will uns darauf hinweisen, dass wir ebenfalls Menschen in Not hilfsbereit und selbstlos zur Seite stehen sollten, ohne zu Fragen was für mich herausschaut. Doch ist dies heute überhaupt noch nötig? Wir haben doch genügend Organisationen die einem Bedürftigen im Notfall helfen. Die Ambulanz fährt mich ins Krankenhaus, Renten versorgen uns mit den nötigen Einnahmen, wenn das Geld fehlt und Beratungsstellen stehen jedermann für die meisten Probleme zur Verfügung. Was können wir Laien da noch viel helfen?

Ist nicht unsere Hilfe gerade heute gefragter denn je? Gegen Einsamkeit, Trauer, Hoffnungslosigkeit oder einfach nach dem Bedürfnis mit jemandem zu sprechen oder gar geschätzt zu werden, gibt es keine staatliche Hilfe. Da sind wir Christen gefordert. In der Bergpredigt deutet Jesus dies sogar als eine der wichtigsten Pflichten seiner Anhänger, dass sie sich um ihre Nächsten kümmern. Deshalb fordert er: „Liebe Deinen Nächsten, wie dich selbst.“ Gerade in diesem von Corona bestimmten Jahr, einer Zeit der Trennung, des Abstands und der Vermummung durch Masken, ist es besonders wichtig, dass wir uns unseren Mitmenschen zuwenden. Sie mal nach ihrem Befinden erkundigen und dies nicht nur als belanglose blöde Alltagsfrage: „Wie geht’s dir?“ Sondern von Herzen und mit aufrichtiger Anteilnahme. So dass sich das Gegenüber angesprochen fühlt und spürt, dass sich jemand für ihn wirklich interessiert. Wenn man ihm geduldig zuhört und an seinen Sorgen echt Anteil nimmt, ohne ihn gleich zu verurteilen, zu belehren oder gelangweilt ein anderes Thema anspricht. Falls jemand Hilfe braucht, weil er nicht alleine auf ein Amt gehen möchte oder wir ihm eine belastende Arbeit abnehmen oder sonst wie beistehen können, sollten wir Bereitschaft zeigen und unsere Hilfe spontan anbieten.

Verstehen wir die diesjährige Jahreslosung auf diese Weise, verliert auch die Coronapandemie etwas von ihrem Schrecken und wir finden für uns selber eine grosse Befriedigung und somit etwas sehr Positives in dieser unsicheren und verwirrenden Zeit. Ein Beweis, dass die altehrwürdige Barmherzigkeit nicht umsonst als eine der grössten Tugenden gepriesen wird, die ein echter Christ mit ein wenig Mitgefühl und Engagement erfüllen kann. In diesem Sinne möchte ich ihnen die Jahreslosung dringend ans Herz legen und wünsche allen trotz düsteren Prognosen viel Freude und Genugtuung im 2021.


Angaben zur Grafik: Mareike Schaaf, © 2020 Gerth Medien in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Dillerberg 1, 35614 Asslar
Bereitgestellt: 22.01.2021     Besuche: 58 Monat 
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