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Abendmahl: Alle sind eingeladen

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Das Abendmahl hat sich in den Jahren sehr gewandelt. Ein persönlicher Rückblick von Roland Thommen - von seiner Kindheit bis zum Online-Abendmahl in Corona-Zeiten
Roland Thommen,
Bezüglich Abendmahl liegen noch heute Welten zwischen katholischem und reformiertem Verständnis. Mindestens bei linientreuen Theologen. Deshalb muss ich stets ein leises Zögern überwinden, wenn ich an einer Kommunion, etwa mit dem Byzantinischen Chor, teilnehme. Die vorbereitenden Worte: »Ich bin nicht würdig … sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund» helfen.

Beschränken wir uns hier aber auf die reformierte Seite.
Auch hier fand eine grosse Entwicklung statt. Dies erlebte ich vor 70 Jahren selbst hautnah.
Ich wurde in Buechen konfirmiert, streng vorbereitet nach dem Heidelberg Katechismus. Den Unterricht besuchte ich allerdings bei Theodor Bätscher in Rorschach.
In Buechen wurde betont: «Wer das Abendmahl nicht würdig nimmt, der tut dies zu seinem eigenen Gericht.» Also ein Drohfinger. Lange fand ich deshalb: «Was soll ich da Risiken auf mich nehmen.»
Pfarrer Bätscher lehrte uns, dass wir glaubend sogar selbst das Abendmahl zubereiten und einnehmen dürften. Das gehöre zur Freiheit eines reformierten Christen. Zentral sei die Gemeinschaft mit Jesus und wenn möglich mit Mitmenschen. Ohne diese wäre eine Teilnahme ganz einfach Sinn-los. Der Drohfinger wirkte lange stärker.

Nach der Konfirmation bekamen wir feierlich, natürlich in Schwarz, erstmals in Buechen Wein und Brot. 3 Tage später sass ich in der damals gefüllten Empore in Rorschach. Zuäusserst in der Bank. Pfarrer Bätscher beugte sich zu mir und fragte leise: «Hast du es schon bekommen?» Ich erschrak zutiefst und stammelte: «Ja in Buechen.» Dabei hatte er sich nur orientieren wollen, welche Bankreihe an der Reihe wäre.

Heute wären solche Gefühle nicht mehr möglich. Pfarrerin Marchlewitz erklärt: «In reformierter Tradition sind alle zum Abendmahl eingeladen! Sinnvollerweise, wenn sie wissen, was es beinhaltet. Wann das sein darf, steht nirgends in der Bibel. Bei uns erfolgt die Erklärung in der 3. Klasse, mit beeinflusst durch das Erstkommunionsalter bei den Katholiken.»
Wie aber erfolgt die Vorbereitung?
Wiederum Pfarrerin Marchlewitz: «Es handelt sich etwa um 5 Unterrichtseinheiten in der Schule. Darin geht es um den biblischen Hintergrund, um Gemeinschaft mit Gott und den Menschen, Fehler und Verzeihung, um eine echte Einladung.» Dazu gehöre vorgängig auch ein durchaus weltliches Mahl zusammen mit den Eltern.

So offen war damals Pfarrer Bätscher allerdings auch wieder nicht.
Dogmatisch streng unterschied er zwischen katholischem Altar und dem reformierten Abendmahltisch. Dieser hatte auf der Seite zu stehen. Dass später der Taufstein dahin verschoben wurde, konnte er nie akzeptieren.

Doch genug Geschichte. Zumal in diesem Jahr jetzt alles anders kommt als geplant.
Eigentlich war die «Einführung ins Abendmahl» wie beschrieben mit den 3.Klässlern für den 17. Mai geplant.
Nun macht das jedoch der Corona-Virus unmöglich. Um trotzdem eine Abendmahlsfeier für die 3.Klässler, ihre Familien sowie alle weiteren Interessierten zu ermöglichen, gibt es das Abendmahl für einmal als Online-Variante.
Am 17. Mai wird es den gottesdienstlichen Online-Gruss mit Abendmahlsfeier zum Mitfeiern zuhause geben. Zu finden ist er auf der Homepage der Kirchgemeinde unter folgender Adresse:
www.ref-rorschach.ch/bericht/1197
Seien Sie dabei – mit viel Freude und ohne Ängste!
Bereitgestellt: 12.05.2020     Besuche: 93 Monat 
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